Das erste, was wohl den meisten Leuten zum Begriff „Eichenfass“ einfällt, ist ein verstaubter, vielleicht etwas gruseliger und muffiger Weinkeller, in den durch ein milchiges Fenster ein schummriger Lichtstrahl fällt. Hier lagern hochkarätige und wertvolle Weine. Manche sind angefüllt in den vielen alten, verstaubten Weinflaschen in steinernen Regalen oder sie befinden sich in größeren und kleineren Eichenfässern, in denen der edle Tropfen von Jahr zu Jahr reifer und vor allem wertvoller wird. Aber nicht bei der Herstellung von Wein verlässt man sich heute noch genauso wie vor hunderten von Jahren auf die qualitätsfördernde Wirkung der Eichenholzfässer. Auch Spirituosen wie Liköre und feine Brände bzw. Destillate, wie etwa Whiskey, Weinbrände oder Cognac und auch Biere werden bevorzugt in den Reifefässern aufbewahrt. Es ruht jedoch nicht nur Hochprozentiges in den Holzfässern. Genauso nämlich wie für „flüssige Nahrung“ eignen sie sich für die Aufbewahrung und Konservierung von Lebensmitteln. Sie wurden zum Beispiel als sogenanntes Krautfass befüllt mit Sauerkraut, das man so wunderbar haltbar machen konnte. Im Pökel- respektive Surfass wurde Fleisch eingelegt und wofür das Butterfass verwendet wurde, sagt wohl schon der Name.
An der Herstellung hat sich über die Jahrhunderte im Wesentlichen nichts geändert. Der Fassbinder, Böttcher oder Küfer, in Franken Büttner, in Altbayern auch Schäffler genannt, fertigt es auch heute noch hauptsächlich von Hand. Ein Fass besteht im Grunde aus Dauben, also den Holzlatten, und den Eisenringen, die diese Dauben in die fasstypische Form bringen. Oben und unten noch ein runder Boden / Deckel und wenn das fass jetzt auch noch dicht ist, kann es seiner Bestimmung übergeben werden.