Holz ist nicht gleich Holz. Das gilt sowohl für unterschiedliche Holzarten wie etwa Tanne, Fichte oder eben Eiche, wie auch für das Holz ein und desselben Baumsorte. Damit nämlich ein Eichenholzfass sein angenehmes und einmaliges Aroma an das in ihm gelagerte Getränk, beispielsweise Wein oder Whiskey, abgibt, muss es behandelt werden und dafür gibt es unterschiedliche Methoden. Es ist möglich, das Holz mit Lacken zu überziehen oder es auszubrennen und auszufeuern. Mit verschiedenen Hitzegraden können so feine Nuancen im Aroma während des späteren Reifungsprozesses erreicht werden. Diese Spanne der Aromen reicht von rauchig oder sahnig über eine dezente Kakao-, Kokos- oder Kaffee-Note bis hin zum Vanille-Geschmack. Es ist also für jeden Gaumen etwas dabei. Aber nicht nur die Behandlung des „fertigen“ Fasses spielt eine tragende Rolle. Schon der Zeitpunkt der Holzgewinnung sowie dessen Lagerung bestimmen die Intensität der später abgegebenen Aromastoffe. Die Abgabe dieser Aromastoffe verringert sich mit dem Alter des Fasses enorm. Am prägendsten ist das Holz für das gelagerte Getränk innerhalb des ersten „Einsatz“-Jahres. Danach kann es bis zu 85% seines ursprünglichen Aroma-Abgabe-Vermögens verlieren. Dieser Prozess lässt sich in begrenztem Maße „umkehren“, indem man das Fass erneut abschleift und behandelt, doch meist ist die einstige Aromenintensität nicht wieder herzustellen. Wie gut oder schlecht ein Eichenfass noch nach Jahren ist, hängt also maßgeblich von der Qualität des Rohmaterials, sprich des Holzes ab, da Mängel in dieser Grundbeschaffenheit im Nachhinein nicht mehr zu reparieren sind.
Auch der Zeitpunkt des Holzschlagens, sowie dessen Lagerung haben Einfluss auf das Ergebnis. Um die daraus gefertigten Dauben während der Herstellung eines Fasses biegsam zu machen, werden sie gleichzeitig von außen befeuchtet, von innen mit Feuer behandelt und in Form gebracht. Nachdem die Böden eingesetzt wurden, wird das Eichenfass außen geschliffen und die Fassringe angebracht. Anschließend wird es mit Wasser befüllt, um die exakte Füllmenge zu ermitteln. Stellt es sich dabei auch als dicht heraus, kann es seinen Dienst antreten. Je nachdem, was in dem Eichenfass zur Reife gelangen soll, wird die Innenseite behandelt. Das kann mit Feuer ebenso geschehen, wie mit speziellen Lacken.
Je älter ein Eichenfass ist, desto weniger Aromen kann es noch abgeben. Am intensivsten erfolgt die Aromatisierung innerhalb des ersten Jahres. Anschließend sind bis zu 85% des potentiell abzugebenden Aromas verloren. Teilweise wird mittlerweile versucht, durch erneutes Abschleifen des Inneren der Fässer, sozusagen eine Wiederbelebung zu erreichen. Sie wird jedoch keinesfalls das gleiche Ergebnis zur Folge haben, wie bei einem neuen Fass. Daraus folgend kommen mitunter wieder Eichenspäne als Zugabe zum Einsatz.
Ob diese Erzeugnisse dann Barrique genannt werden dürfen, weil sie ja nun einmal in einem Eichenfass gereift sind, bleibt abzuwarten. Tatsache ist und bleibt jedoch: Je qualitativ hochwertiger ein Eichenfass ist, desto besser ist das damit zu erzielende Ergebnis. Und das gilt gleichermaßen beim Wein und sonstigen Spirituosen, wie auch bei der Verwendung vom Eichenfass als Badefass oder Blumenkübel.